Artikel-Verzeichnis
Migjorn - Mallorcas sonnenverbrannte Erde | Migjorn - Mallorcas sonnenverbrannte Erde |
| Mittwoch, 30. November 2011 | |
|
Im Südwesten des Pla liegen die Küstenebenen (Marinas) von Santayí und Llucmajor. Im Südwesten des Pla liegen die Küstenebenen (Marinas) von Santayí und Llucmajor. Dass es sich dabei um ehemalige marine Plattformen aus reinen miozänen Riffkalken handelt, die heute weniger als 100 m über dem Meeresspiegel liegen, ist am schönsten am Cap Blanc und am Cap Salines zu sehen. Das Gestein ließ nur eine schwache Bodenentwicklung zu. "Migjorn" - Mittag - wird die Region von den Einheimischen genannt. In diesem Namen klingt bereits das Charakteristische des Gebietes an: Es ist der Sonnenfleck der Insel, trocken und heiß. Unbarmherzig brennt die Sonne im Sommer auf das Land und dörrt die kargen, flachen Böden aus. Schatten ist hier kaum zu finden. Kein Wald bietet in der flachen und ebenen Landschaft Zuflucht vor Sonne und Hitze. Nur kleine Pinienhaine bilden hier und dort kleine Oasen mit lichtem Schatten. Der Migjorn de Mallorca formt zusammen mit den Schwemmlandebenen die waldärmsten Gebiete Mallorcas. Auch sonst ist hier nichts von der subtropischen Üppigkeit zu spüren, die der Vegetation, den Gärten und den Anbauflächen der Insel sonst eigen ist. An nur 50 Tagen im Jahr fällt Niederschlag, zusammen weniger als 400 mm jährlich. Im Sommer regnet es so gut wie nie - statistisch gesehen haben Juni und August nur 1,5 Regentage, der Juli sogar nur 0,5. Oberflächengewässer gibt es hier selbstverständlich keine. Fünf aride Monate (Mai bis September) kennt man hier. Monate also, in denen die potenzielle Wasserverdunstung aus dem Boden (Evaporation) viel höher ist als die tatsächliche. Verschärft wird diese Situation durch die übliche Unzuverlässigkeit der Niederschläge - wissenschaftlich Niederschlagsvariabilität genannt. In ausgesprochen trockenen Jahren (zum Beispiel 1945) können weniger als 150 mm Regen fallen. Ausbleibende Niederschläge waren eine allzu häufig auftretende Plage, die Hunger und Mangelernährung bedeutete. Die Auflistung historischer Angaben über Wassermangel und Hungersnöte würde Seiten füllen. Vor allem im 16. Jh. fielen die Niederschläge so spärlich, dass in den Getreidemühlen des Migjorn anstelle von Weizen die Schoten des Johannisbrotbaumes zu Mehl vermahlen wurden. |
| < zurück | weiter > |
|---|